Japanisches Trommeln

Trommeln, der Herzschlag des Lebens.

Früher wurde in Japan die Taiko (Trommel oder Trommeln) gebraucht als man in den Kampf zog – als Mittel dem Dorf die Zeit anzugeben. Später bekamen die Trommeln eine wichtige Rolle in religiösen Tätigkeiten. Die japanische Trommelmusik die wir heutzutage vor allem aus Vorführungen von japanischen Gruppen wie Kodo oder Yamato kennen ist erst in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden. Eine Art Fusion von Tempelmusik und Jazz. Die Taiko spielte früher und spielt noch immer eine wichtige Rolle in der japanischen Kultur. In kaiserlichen Ensembles zB wurden sie sehr zurückhaltend gebraucht, während die Trommeln bei den vielen Festivals des Landes auf eine ganz andere Art gespielt werden: liegend, stehend, beim Tanz – je nach Instrument und Stil. Auch die Grösse der Trommeln variiert sehr. So ist zB die Shime-daiko eine kleine Trommel (ca 36cm Durchmesser) mit einem sehr starkem Klang. Ein O-daiko dagegen kann einen Durchmesser von bis zu 2m haben. Einen Schlag darauf, ob hart oder sant, fühlt jeder bis in den Bauch schallen. Was sind die Merkmale des japanischen Trommeln? Vor allem ist es sehr physisch: es kommt darauf an, die Schwerkraft gut zu gebrauchen um den Schlägen Schnellheit und Kraft zu geben. Es geht darum, die richtige Balance in der Haltung zu finden, und um das spielen aus der hara heraus (Bauch wo die 2. Chakra ‚Zähne’ sitzt). Die Rhythmen scheinen relativ einfach, aber benötigen doch Übung. Und die Pausen zwischen den Noten sind eigentlich noch wichtiger als die Schläge. Eigentlich kann man bei einem Solo besser einen guten Schlag von sich geben, als die Zuhörer mit viel Lärm zu umhüllen. Es geht nicht darum, hart zu schlagen. Der jazzy Ursprung erfordert eine bestimmte offene und entspannte Art des Schlagens auf die Trommel. Und dann die Philosophie dahinter. Manchmal steht auf den Fellen eines Taikos das Symbol ‚mitsu dome’. Dieses steht für die Verbindung zwischen Himmel, Erde und Menschheit. Die Kombination dieser drei Elementen legt die Verbindung zwischen Allem was besteht. Diese Verbindung, wo ‚Ki’ (Lebenskraft) und ‚Einheit’ zusammen kommen ist für viele Japaner der Basisgedanke hinter dem Taiko spielen. Mit Tai Chi verglichen könnte man sagen dass der Taikospieler die Energie aufbaut, seine Kräfte kontrolliert, um diese dann auf die richtige Art und Weise wieder abzugeben. Im Endeffekt geht es aber auch um ein andere Gefühl beim (zusammen) spielen. Einer der Star-spieler von Kodo sagt während seiner workshops in den Niederlanden immer: ‚Please smile. This is FUN!’ Und wer sind wir? Taiko Wageningen ist noch eine junge Vereinigung. Unsere Sammlung von Trommeln breitet sich langsam aber sicher aus. Manche von uns haben (mehr oder weniger) japanische, westliche oder afrikanische Trommelerfahrung. Wir haben keinen echten Lehrer aber kombinieren Wissen und Erfahrung der Mitglieder um an Technik zu arbeiten und zusammen zu spielen. Und manchmal machen wir einen Workshop bei einer professionellen Gruppe wie ‚Circle Percussion’ mit. Der ‚Fun’ von Kodo ist für uns sehr wichtig beim Training und auch danach. Neue Mitglieder sind willkommen. Erfahrung ist nicht nötig: japanisch Trommeln kann jeder; gut japanisch trommeln kommt durch Übung, Einsatz und Freude. Wir spielen wöchentlich bei KenKon: Donnerstags zwischen 17h30-18h45 und nach Absprache manchmal auch am Freitag Abend ab 21h30. Der Gedanke hinter dem Trommeln passt sehr gut zu der Philosophie von KenKon. Somit machen wir Teil der Vielfalt an Aktivitäten aus, die bei dieser Organisation stattfinden. Unser Haiku Das Gefühl was wir beim Spielen haben versuchen wir mit diesem Haiku wiederzugeben:

Ich berühr das Fell Mit bachi aus Erle und Esche Meine Seele zittert sanft mit